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Die vergessenen Mitarbeitenden: Warum betriebliches Wohlbefinden nicht an Bürozeiten gebunden sein darf

Von Vitality+ Redaktionsteam · Veröffentlicht am

Eine müde Mitarbeiterin mit rosa Armband stützt in einem sonnigen Büro den Kopf auf die Hand.

Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz sollte weder davon abhängen, wo Mitarbeitende arbeiten, noch davon, wann ihre Schicht beginnt. Für Unternehmen mit einem Rund-um-die-Uhr-Betrieb wird die Entwicklung inklusiver Wellbeing-Programme zu einer immer wichtigeren Aufgabe für das Personalwesen.

Mitarbeitende, die nicht von 9 bis 17 Uhr arbeiten

Um 9 Uhr morgens startet eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter im Büro den Computer. Zur gleichen Zeit beendet eine Pflegefachperson ihre Nachtschicht, ein Lagermitarbeiter bereitet sich auf den nächsten Lieferzyklus vor und eine Person im Hotelbetrieb ist bereits seit mehreren Stunden im Einsatz.

Sie arbeiten in unterschiedlichen Unternehmen, haben verschiedene Arbeitszeiten und stehen im Alltag vor unterschiedlichen Herausforderungen.

Dennoch orientieren sich viele betriebliche Wellbeing-Initiativen weiterhin am klassischen Büroalltag.

Eine Yogastunde in der Mittagspause, ein Workshop am Nachmittag oder eine Aktivität während der üblichen Geschäftszeiten lassen sich für Büroangestellte oft gut einplanen. Für Mitarbeitende im Nachtdienst, im Schichtbetrieb oder in operativen Funktionen kann die Teilnahme dagegen deutlich schwieriger sein.

Daraus ergibt sich eine wichtige Frage für HR-Verantwortliche:

Ist Ihr betriebliches Wellbeing-Programm auf die gesamte Belegschaft ausgerichtet oder hauptsächlich auf diejenigen Mitarbeitenden, die am einfachsten zu erreichen sind?

Warum Schichtarbeitende einen anderen Ansatz benötigen

Schichtarbeit ist in Branchen wie dem Gesundheitswesen, der Industrie, der Logistik, der Hotellerie und dem Transportwesen unverzichtbar.

Unregelmässige Arbeitszeiten können jedoch den Schlaf, die Erholung und alltägliche Gewohnheiten beeinträchtigen.

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) weist darauf hin, dass Schichtarbeit den biologischen Rhythmus stören, die Schlafqualität beeinflussen und zu Ermüdung beitragen kann.

Von EU-OSHA ausgewertete Untersuchungen zeigen zudem ein erhöhtes Unfallrisiko im Zusammenhang mit Nachtschichten und langen Arbeitszeiten. Wie hoch dieses Risiko ausfällt, hängt unter anderem von den Arbeitsbedingungen und der Schichtplanung ab.

Auch das US-amerikanische National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) nennt unregelmässige Arbeitszeiten, lange Arbeitstage und besonders anspruchsvolle Tätigkeiten als wichtige Faktoren für arbeitsbedingte Ermüdung.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen einen grundlegenden Punkt: Wellbeing-Initiativen müssen berücksichtigen, wie Mitarbeitende tatsächlich leben und arbeiten.

Ein Programm, das für einen geregelten Tagesablauf entwickelt wurde, ist möglicherweise weniger geeignet für Menschen, deren Arbeitszeiten sich jede Woche ändern.

Ein Unternehmen, unterschiedliche Bedürfnisse

Betrachten wir zwei Mitarbeitende desselben Unternehmens.

Die erste Person arbeitet in der Verwaltung, hat relativ regelmässige Arbeitszeiten und kann jederzeit auf einen Computer zugreifen.

Die zweite Person arbeitet im Schichtbetrieb eines Verteilzentrums und wechselt zwischen Früh-, Spät- und Nachtschichten.

Beide können davon profitieren, ihre körperliche Aktivität, ihren Schlaf und ihre Erholung besser zu verstehen.

Die Art und Weise, wie sie an einem Wellbeing-Programm teilnehmen, wird sich jedoch wahrscheinlich unterscheiden.

Die Person im Büro könnte an einer Aktivität während der Mittagspause oder an einem geplanten Wellbeing-Angebot teilnehmen.

Die Person im Schichtbetrieb bevorzugt möglicherweise ein Angebot, das sich an wechselnde Arbeitszeiten anpasst und keine Teilnahme zu einer bestimmten Uhrzeit oder an einem bestimmten Ort voraussetzt.

Genau deshalb ist Flexibilität entscheidend.

Betriebliches Wellbeing wird inklusiver, wenn Mitarbeitende entsprechend ihren eigenen Routinen teilnehmen können, anstatt sich einem einheitlichen Zeitplan für das gesamte Unternehmen anpassen zu müssen.

Wie Wearable-Technologie eine flexible Teilnahme unterstützen kann

Wearable-Technologie bietet Unternehmen mit unterschiedlichen Arbeitsmodellen interessante Möglichkeiten.

Anstatt Mitarbeitende zur Teilnahme an einer bestimmten Veranstaltung zu verpflichten, können tragbare Geräte persönliche Informationen über alltägliche Gewohnheiten liefern, unabhängig davon, wo und wann jemand arbeitet.

Mitarbeitende können Kennzahlen zu körperlicher Aktivität, Schlaf und Erholung einsehen und dadurch ein besseres Bewusstsein für ihre eigenen Routinen entwickeln.

Für Schichtarbeitende kann diese Flexibilität besonders wertvoll sein.

Wer nachts arbeitet, schläft möglicherweise tagsüber. Andere haben ihre freien Tage mitten in der Woche. Wieder andere wechseln zwischen körperlich anstrengenden und weniger aktiven Schichten.

Ihre Wellbeing-Erfahrung sollte nicht davon abhängen, dass alle denselben Tagesablauf einhalten.

Technologie kann die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken einer ungünstigen Schichtplanung nicht beseitigen. Arbeitgeber bleiben dafür verantwortlich, angemessene Arbeitsbedingungen, ausreichende Erholungsmöglichkeiten und ein wirksames Management von Ermüdungsrisiken sicherzustellen.

Zugängliche digitale Lösungen können diese organisatorischen Massnahmen jedoch ergänzen, indem sie die persönliche Wahrnehmung und die freiwillige Teilnahme fördern.

Die Rolle von Vitality+

Vitality+ wurde entwickelt, um verschiedene Aspekte des Wohlbefindens von Mitarbeitenden in einer vernetzten Lösung zusammenzuführen.

Mitarbeitende können kompatible Wearables wie Apple Watch, Garmin, Fitbit, Oura und WHOOP verwenden oder sich für einen Vitality+ Ring beziehungsweise ein Vitality+ Band entscheiden.

Über die Vitality+ App können sie persönliche Informationen zu körperlicher Aktivität, Schlaf und Erholung einsehen, ohne sich an klassische Bürozeiten halten zu müssen.

Challenges, Punkte und Belohnungen schaffen zusätzliche Anreize und motivieren Mitarbeitende, Wellbeing-Aktivitäten in ihren Alltag zu integrieren.

Für Unternehmen mit unterschiedlichen Funktionen und Arbeitszeiten entstehen dadurch neue Möglichkeiten, Wellbeing-Programme zugänglicher zu gestalten.

Ein Unternehmen könnte beispielsweise eine Bewegungs-Challenge organisieren, an der Mitarbeitende unabhängig von ihrer jeweiligen Schicht teilnehmen können, statt zu einer festgelegten Uhrzeit anwesend sein zu müssen.

So kann die Teilnahme Teil einer kontinuierlichen Erfahrung werden, ohne ausschliesslich von geplanten Veranstaltungen abzuhängen.

Das Ziel besteht nicht darin, Mitarbeitende zu einem Wettbewerb zu motivieren, bei dem die notwendige Erholung zu kurz kommt. Wellbeing-Initiativen sollten freiwillig, realistisch und auf unterschiedliche Arbeitsmodelle abgestimmt sein.

Was HR aus einem inklusiveren Programm lernen kann

Den Zugang zu einer Wellbeing-Initiative zu ermöglichen, ist nur der erste Schritt.

HR-Teams müssen auch verstehen, ob sich die verschiedenen Bereiche des Unternehmens tatsächlich daran beteiligen.

Ein Programm kann bei Büroangestellten auf grosses Interesse stossen, während die Teilnahme bei Mitarbeitenden in operativen Funktionen deutlich geringer ausfällt.

Ohne einen umfassenderen Überblick lassen sich solche Unterschiede nur schwer erkennen.

Vitality+ stellt Unternehmen ein HR-Dashboard mit anonymisierten und aggregierten Informationen zum Wohlbefinden und Engagement der Mitarbeitenden zur Verfügung.

Diese Daten können Organisationen dabei unterstützen, die Teilnahme und allgemeine Entwicklungen zu beurteilen, ohne individuelle Gesundheitsprofile offenzulegen.

Wenn die Datenschutzanforderungen und die erforderlichen Mindestgruppengrössen eingehalten werden, können aggregierte Informationen wertvolle Hinweise darauf liefern, wie ein Programm innerhalb des Unternehmens angenommen wird.

Wenn beispielsweise bestimmte berechtigte Mitarbeitergruppen nur selten an einer Initiative teilnehmen, kann HR mithilfe von Rückmeldungen der Mitarbeitenden mögliche Hindernisse untersuchen.

Sind die Aktivitäten über verschiedene Schichten hinweg zugänglich? Erreichen die internen Mitteilungen auch Mitarbeitende in operativen Funktionen? Haben die Teilnehmenden genügend Flexibilität?

Solche Fragen können dazu beitragen, Wellbeing-Programme gezielt weiterzuentwickeln.

Wichtig ist dabei: Informationen aus Wearables können weder feststellen, ob einzelne Mitarbeitende für eine bestimmte Tätigkeit arbeitsfähig sind, noch ermüdungsbedingte Erkrankungen diagnostizieren oder professionelle Gefährdungsbeurteilungen am Arbeitsplatz ersetzen.

Vier Möglichkeiten, Wellbeing für Schichtarbeitende zugänglicher zu gestalten

1. Aktivitäten flexibel gestalten

Wählen Sie Initiativen, die nicht ausschliesslich während der üblichen Bürozeiten stattfinden.

Ermöglichen Sie Mitarbeitenden die Teilnahme, wenn es ihre Schichtpläne zulassen.

2. Verschiedene Teilnahmeoptionen anbieten

Nicht alle Mitarbeitenden besitzen dasselbe Wearable, und nicht alle möchten ein bestimmtes Gerät verwenden.

Die Unterstützung verschiedener kompatibler Geräte kann helfen, unnötige Teilnahmehürden abzubauen.

3. Der Erholung genügend Bedeutung geben

Ein Wellbeing-Programm sollte nicht nur körperliche Aktivität, sondern auch die Bedeutung von Ruhe und Erholung berücksichtigen.

Challenges sollten nicht dazu verleiten, Schlaf oder Erholung zugunsten einer höheren Punktzahl zu vernachlässigen.

4. Mitarbeitende einbeziehen und Angebote anpassen

Nutzen Sie freiwilliges Feedback und datenschutzkonform aggregierte Informationen, um herauszufinden, welche Initiativen tatsächlich zugänglich und relevant sind.

Ein Programm, das in einer Abteilung gut funktioniert, muss möglicherweise für eine andere angepasst werden.

Betriebliches Wellbeing muss über die Bürozeiten hinausgehen

Die wirksamste Wellbeing-Strategie ist nicht unbedingt diejenige, die die meisten Aktivitäten anbietet.

Entscheidend ist, dass sie auf die Menschen ausgerichtet ist, die daran teilnehmen sollen.

Für Unternehmen mit Nachtschichten, wechselnden Arbeitszeiten und operativen Teams bedeutet dies, über traditionelle, ausschliesslich auf Büroangestellte ausgerichtete Angebote hinauszugehen.

Flexible digitale Angebote, persönliche Informationen aus Wearables und motivierende Aktivitäten können dazu beitragen, das Wohlbefinden für Mitarbeitende mit unterschiedlichen Routinen zugänglicher zu machen.

Bei Vitality+ sind wir überzeugt, dass Technologie Unternehmen dabei unterstützen sollte, ein vernetztes und inklusives Wellbeing-Erlebnis zu schaffen und gleichzeitig HR-Teams einen besseren Überblick über die Beteiligung an betrieblichen Programmen zu ermöglichen.

Denn das Wohlbefinden der Mitarbeitenden sollte nicht enden, wenn die Büros schliessen.

Entdecken Sie, wie Vitality+ Wearable-Technologie, Mitarbeiterengagement und aggregierte Wellbeing-Daten auf einer einzigen Plattform vereint.

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Verwendete Quellen

Dieser Artikel basiert auf Informationen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, The Effects of Shift Work on Health, die den Zusammenhang zwischen unregelmässigen Arbeitszeiten, Schlafstörungen, Ermüdung und beruflichen Risiken untersucht. Weitere europäische Informationen bietet die Veröffentlichung EU-OSHA, Working Time.

Ergänzende Informationen stammen vom National Institute for Occupational Safety and Health, Fatigue and Work, aktualisiert im Juli 2026. Die Veröffentlichung erläutert die Ursachen und möglichen Folgen arbeitsbedingter Ermüdung und unterstreicht die gemeinsame Verantwortung von Arbeitgebern und Mitarbeitenden beim Umgang mit diesen Risiken.

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